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Als ich vor nunmehr 19 Jahren meinen job in einem Weiterbildungsverlag antrat,
tat ich das aus einem einzigen Grund.
Ich hatte ein großes Selbstwert-Defizit,
welches in meiner Schulzeit seinen Ursprung hatte.
 
Jedes mal, wenn wir in Mathe oder später auf der weiterführenden Schule in Rechnungswesen die Hausaufgaben machen mussten oder Arbeiten schrieben, habe ich versagt, und das auf ganzer Linie.
…so dachte ich jahrzehntelang.
 
Neben mir saß Frank Demelius.
Er war so schlau in Mathe,
dass ich ihm jedes mal Wochen vor der nächsten Mathearbeit sagte,
welche Angst ich davor hatte.
Angst zu versagen, Angst, von unserem Mathelehrer gerügt zu werden,
bloß gestellt zu werden.
Denn das Gefühl, nicht schlau genug zu sein,
das war für mich unerträglich.
Vor allem aber war es für mich etwas,
das so voller Scham besetzt war.
Ich wollte einfach nicht, dass andere Jugendliche in meiner Klasse merkten,
dass ich nicht so souverän und selbstverständlich wie sie mit solchen Dingen wie ‚Hausaufgaben hinbekommen oder Arbeiten schreiben‘ umging.
Für mich war das Thema
‚Etwas nicht so gut können immer mit einem Glaubenssatz verbunden
= ich bin nichts wert,…weil…
weil ich nicht gut genug bin.‘
 
Also was tat ich.
Die schlechten Noten in Mathe und Rechnungswesen, die konnte ich nicht verheimlichen.
Sie standen ja schließlich auf dem Papier.
Aber: Ich entwickelte im Laufe der Zeit Strategien und Handlungsmuster,
wie ich es umgehen konnte,
dass irgendjemand in der Klasse es auch nur erahnen konnte, wie es wirklich in mir ‚drinnen‘ aussah.
Also verharmloste ich und überspielte ich Jahre lang diese Scham von
‚Ich bin nicht gut genug.‘
 
Was aber tat ich damit,
dass ich glaubte, ich sei nicht gut genug?
 
Anstatt zu resignieren, entwickelte ich tief in mir drin einen Antrieb, einen Ehrgeiz,
eine Motivation für das, was mich interessierte,
was ich unglaublich spannend fand,
es zu verfolgen.
Ich wusste, dass es viel klügere Menschen als mich gibt, die Mathe und Rechnungswesen mal eben ‚aus der Hüfte schießen.‘
Daher habe ich mich mehr und mehr mit dem beschäftigt, was ich schon als kleines Kind so gerne und ganz selbstverständlich getan habe.
Ich habe die anderen Kinder beobachtet.
Ich habe versucht, sie in allem, was sie tun,
zu verstehen.
Aus diesem tiefen, mit einem sehr großen Schamgefühl behafteten Defizit heraus habe ich eine tiefe Sehnsucht entwickelt.
Die Sehnsucht zu verstehen, wie wir ticken mit dem Wunsch, dass es niemand so voller Schamgefühl durchleben sollte,
wie ich das empfunden habe.
Im Laufe der Zeit ließ mich jedoch der Gedanke nicht los, dass ich gerne mit ‚den Klugen‘ wieder zusammenkommen wollte und bewarb mich mit 29 Jahren in einem Weiterbildungsverlag.
 
Auf die Aussage meines damaligen Chefs hin:
„Sie wissen schon, dass Sie der einzige Nichtakademiker hier sind oder“…sagte ich:
 
‚Ja, genau deshalb möchte ich ja auch gerne hier arbeiten, weil ich etwas anderes habe.‘
 
Er schmunzelte damals und fragte:
„glauben Sie, dass das reicht?“
 
‚Na ja, weiß ich nicht, Sie entscheiden das.‘
 
6 Jahre später saßen wir auf der Weihnachtsfeier am Tisch und er fragte mich:
 
„Sag mal Jens, was machst du da eigentlich?“
 
‚Was meinst Du?‘
 
„Na, dass das so fluppt?‘
 
„Ich glaube, dass es nur das eine ist.“
 
‚ ….?….was?‘
 
„Na, ich habe vor Euch allen, die Ihr studiert habt, so viel Respekt.
Und unsere Kunden haben ja auch alle studiert.“
 
‚Ja und??‘
 
„Na.., deshalb ja…“
 
‚Wesjalb?‘
 
„Na…deshalb nutze ich das ja..“
 
‚Was?‘
 
„Na, das einzige was ich nutzen kann.“
 
‚Was ist das?‘
 
„Na, ich sehe einfach die Menschen dahinter…damit es den Kunden in meiner Gegenwart gut geht.“
 
‚Na ja, Jens komm, jetzt ehrlich.
Nur vom ^gut gehen ^ machst du ja nicht diese Umsätze, also was ist es?‘
 
„Ja..sag ich doch…ich sehe unsere Kunden einfach so wie Sie sind..“
 
‚Was meinst Du?‘
 
„Na.. einfach als Mensch…
 
….jeder von denen hat etwas so spannendes zu erzählen und ich spreche einfach nur über sie und wie Sie sind…
 
Weil.“
 
‚Ja?‘
 
„Na…weil…
 
….Klugheit macht mich nur unsicher..
 
Deshalb verlasse ich mich darauf wer ich bin und woher ich komme…
 
…weil ich nicht mehr erfahren möchte wie es ist, nicht gut genug zu sein.“
 
…“

Was ist Ihr Status Quo am Markt heute?
Wo stehen Sie mit Ihrer Positionierung heute am Markt?
Wie groß ist die Gefahr, dass Sie mit Ihrem Thema scheitern?
Welche Möglichkeiten, Sie als Marke bekannt zu machen, liegen heute noch brach?
Gut möglich, dass Sie unseren Markepersönlichkeitscheck gar nicht brauchen…

Vielleicht kennen Sie aber jemanden – ein Unternehmen, dem er helfen könnte.

Herzlichen Gruß,
Ihr Jens Röhler

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