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Aus einem Positionierungs-Workshop mit einem Führungsteam eines kleinen Mittelständlers vor einigen Tagen.

„Herr Röhler. Meine Erwartung an den heutigen Einstiegsworkshop, wenn Sie mich so fragen, ist:
Ich weiß es ehrlich gesagt so garnicht, weil ich nicht weiß, was meine persönliche Geschichte mit der Markenbildung unseres Unternehmens zu tun hat. So gesehen erwarte ich ein „Überraschungsei“, dessen Inhalt Ihre Kreativität ist, mir das schmackhaft zu machen.“


So begegnete mir eine hochrangige Führungskraft bei der Vorstellungsrunde und der Frage, was die Teilnehmer von diesem Kick-Off-Workshop erwarten.

„Herr Landtner. Danke für Ihre Einschätzung und schön, dass Sie dabei sind. Da möchte ich doch direkt mit der Gruppenbildung und mit Ihnen als ersten Geschichtenerzähler beginnen. Damit die Arbeitsenergie hier reinkommt, was halten Sie von der kreativen Idee?“.

‚Tun Sie, was Sie nicht lassen können Herr Röhler:-). Was muss ich tun?‘

„Zunächst einmal arbeiten wir an dem Aspekt „Empathie und Intution“ in dieser Gruppe.
Ziel in diesem warmup ist es, dass wir den anderen sehen und wahrnehmen, wer Er/Sie eigentlich außerdem noch so ist.
Ich vermute ja mal, dass wir uns eigentlich bislang nur als Kolleg-inn-en kennen?“

Strategische Aufgabe in der Markenbildung von Unternehmen:
Nachdem wir die ersten 2 Stunden damit verbracht haben, ein Gespür für diejenigen Kolleg(-inn)en und damit für die Markenmultiplikatoren zu bekommen, ging es dann in das eigentliche Arbeitsformat, die Story Work. In diesem Arbeitsformat geht es darum, die ganz persönlichen Lebensgeschichten eines jeden Mitarbeiter(-in)s genauestens herauszuarbeiten. Die Königsklasse dabei ist es, dass jeder der anderen Personen an dieser Lebensgeschichte teilnimmt.
Sie können sich denken, welchen neuen Zugang und welch ungeahnt wichtige neue Perspektiven sich dadurch für jeden Einzelnen ergeben. Nun gut, wir arbeiteten also in dem Kernstück der Positionierungsarbeit und Herr Landtner war der erste,
der seine eigene Geschichte durchlebte und sie allen anderen bereit war zugägänglich zu machen. Eines von 8 berührenden Erlebnissen der 3 Tage.

„Herr Landtner. Wenn ich mir nun anschaue, wie Sie sich als kleines Kind immer schon die Anerkennung Ihrer Mutter erkämpfen mussten, dann verstehe ich natürlich um so mehr, warum Sie sich diese erstaunlich starke Eigenschaft angeeignet haben, für etwas, was zunächst für Sie unerreichbar scheint, so lange zu kämpfen, bis Sie es erreicht haben.“

‚Na ja. Wenn ich das auf meine Eigenschaft als Führungspersönlichkeit übertrage, glaube ich, dass ich mit dieser Eigenschaft des „Kämpfen Wollens“ sicher nicht immer und überall beliebt bin.‘

„Na, da fragen wir doch direkt mal die Beteiligten hier in der Gruppe. Was würden Sie denn als seine Führungskollegen über Herrn Landtner sagen?“

Frau Lechtner meldet sich zu Wort.

– Herr Landtner. Ich muss sagen, nachdem ich das alles so berühend mitbekommen habe, wie Sie auch sind beziehungsweise wie Sie so geworden sind und welche Hürden Sie in Ihrem Leben genommen haben, macht das gerade ganz viel mit mir selbst.
Vielen Dank, dass Sie uns an Ihrer Geschichte teilhaben lassen –

„Was meinen Sie genau Frau Lechtner. Lassen Sie uns an Ihren Gefühlen teilhaben.“

– Na ja. Jetzt weiß ich, warum Herr Landtner so außerordentlich gut in der Hinsicht „Zielerreichung“ seines Teams geworden ist. Ich muss gestehen, dass ich öfter mal gedacht habe, dass ich so verbissen nie werden möchte. Aber, er erreicht tatsächlich alle Vertriebsziele, die er sich und seinem Team setzt. Und ehrlich gesagt, habe ich auch schon das ein oder andere mal gedacht, dass ich davon ruhig auch ne Scheibe mehr für mich haben möchte. Aber, nachdem ich seine Geschichte gehört habe und ich ja meine Lebensgeschichte kenne, ist mir wohl klar, dass ich diese Qualität garnicht entwickelt haben kann.-

„Ok. Sehe ich auch so. Kleine Zwischeninfo von mir: Haben Sie eine erste Idee, was das für die Gesamtmarke Ihres Unternehmens ausmachen kann?“

– Hm. Innerhalb unserer Führungsetage schon. Aber, ehrlich gesagt, ist mir noch nicht ganz klar, wie wir die Qualität eines jeden einzelnen von uns übertragen auf die Marke unseres Unternehmens? –

“ Ok, das kommt dann später – die Erkenntnis. Aber, wichtig an dieser Stelle ist es, dass wir verstehen, dass jede unserer persönlichen Geschichten auf eine herausragende Stärke – ich nenne es das Top-Talent – einzahlt. Und das bringen wir dann später in die Unternehmensmarke ein. Stück für Stück. Danke an Sie beide – für Ihren wertvollen input – Herr Landtner und Frau Lechtner.“

An dieser stelle merken die Teilnehmer, Führungskräfte oder Vorstände häufig, dass die Lebensgeschichte eines jeden Einzelnen im Team – im Gremium dazu geführt hat, dass jeder eine ganz bestimmte Qualität entwickelt hat, die ein anderer aufgrund der unterschiedlichen Erlebnisse im Leben garnicht haben kann. Das führt dann immer wieder dazu, dass diese vielseitigen unterschiedlichen Qualitäten die spätere Marke in der Positionierung ausmacht.

„Frau Lechtner. Vielen Dank nochmal für Ihr Feedback.“

– Gerne. Und Herr Röhler, wo wir gerade so eifrig in diesem intensiven Prozess sind. Ich würde mich gerne als nächstes meiner Geschichte stellen. Passt das für Sie? –

„Aber liebend gerne Frau Lechtner. Und für alle diejenigen in dieser Gruppe, die jetzt noch Unbehagen verspüren,
ihre Geschichte den anderen preiszugeben, denen möchte ich an dieser Stelle sagen: so ging es mir beim ersten mal vor 15 Jahren auch. Ich kann Ihnen aber versichern, dass wir alle Menschen sind und Menschen sind in ihrem Leben nie fehlerfrei,
schon garnicht perfekt. Ich habe in meinem Leben verstanden, dass die Fehler, Schwächen und Defizite genau das waren,
was meine beruflichen, meine Markenstärken aber auch meine privaten Stärken ausmachen. Es liegt somit an Ihnen, das Gold Ihrer Geschichte vertrauensvoll offenzulegen und: es liegt an allen anderen hier in der Gruppe, dass das, was hier von jedem einzelnen in Erfahrung und eingebracht wird, als das Wertvolle für Ihre Unternehmensdarstellung wertzuschätzen und als Goldkästchen zu begreifen. Insofern ist es für Sie alle und für das Gesamtunternehmen eine großartige Chance, ihre Einzigartigkeit zu zeigen. It,s your choice.“

Am Abschlussabend der 3 ersten Workshoptage beim Glas Rotwein, im Gespräch mit Herrn Landtner.

„Herr Röhler. Ich muss gestehen, es war die größte Herausforderung meines Lebens, vor all meinen Kolleg(-inn)en zu zeigen, wie meine private und berufliche Entwicklung so verlaufen ist.“

„Verstehe ich gut Herr Landtner. Und was genau ist die für Sie wichtigste Erkenntnis, natürlich neben der Tatsache,
dass es immer komisch ist, wenn man persönliche – teilweise ja sehr intime Dinge von sich ausspricht.“

„Na ja. Es ist natürlich immer die Sorge, ob die anderen in der Firma damit missbrauchend oder ob sie entsprechend auch wertschätzend damit umgehen. Gerade, wenn man in einer höheren Funktion ist wie ich. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie es nicht nur nicht tun, sondern im Gegenteil, ich habe nach unseren sehr bewegenden 3 Tagen irgendwie das Gefühl, dass das ganz viel in der Begegnung untereinander verbessern wird.
Aber, was mich am meisten fasziniert ist, dass wir aus diesen unterschiedlichen Geschichten die Marke für unser Unternehmen aufbauen. Ich habe, ehrlich gesagt, immer gedacht, dass eine Marke eine künstliche Hülle ist, so etwas, was mit den Menschen in dem Unternehmen nicht wirklich viel zu tun hat. Und irgendwie wissen Sie, irgendwie spüre ich das jetzt so richtig…“

‚Sie spüren das so richtig Herr Landtner. Was genau?‘

„Na, dass wir durch diese Herangehensweise über unsere eigene Biografie das Strahlen in das Ganze hineinbringen.
Mir ist jetzt klar, was Sie in unserem Kennenlerngespräch damals meinten mit „Mitarbeiter müssen die Unternehmensmarke ausstrahlen, sonst wäre es ja austauschbar.“ Ich habe mir das gut gemerkt, was Sie da erzählt haben. Ich dachte zwar immer:“ der Röhler ist ein kleiner Fantast, aber echt klasse, dass das jetzt so langsam in ‚Fleisch und Blut‘ übergeht. Wir sind direkt beteiligt an unserer Firmen-DNA. Das macht mich irgendwie sogar auch ein wenig stolz wissen Sie, weil wir ja so hautnah an der Marke beteiligt sind.“

‚Schön zu hören Herr Landtner. Danke für das Feedback. Obwohl natürlich das ‚Übertragen in die Markengeschichte‘ noch ansteht. Das ist noch ein bißchen Arbeit, die wir da vor uns haben. Daher erst mal die nächste Etappe gehen.‘

„Apropos nächste Etappe. Was genau heißt denn eigentlich „beim nächsten mal die Werte unserer Marke“ erabeiten, wie sie das heute abschließend so neugierig machend erwähnten?“

‚Na ja, es heißt so viel wie: welche Werte sind Ihnen aus Ihrer Geschichte heraus wichtig und wie setzen Sie die in die Unternehmensmarke ein.‘

„Interessant, hört sich fast so an wie ein gut gemachtes Puzzle…..
so ein Teil an’s nächste setzen…“

‚Genauso ist es gedacht:-)…

bis das Ganze so richtig strahlt…Herr Landtner‘

Allgemeine Information:
Zur Richtigstellung und aus Gründen der Persönlichkeitsrechte und des Datenschutzes.
Die Namen der Gesprächspartner sind in den Geschichten stets abgeändert.


Was ist Ihr Status Quo am Markt heute?
Wo stehen Sie mit Ihrer Positionierung heute am Markt?
Wie groß ist die Gefahr, dass Sie mit Ihrem Thema scheitern?
Welche Möglichkeiten, Sie als Marke bekannt zu machen, liegen heute noch brach?

Gut möglich, dass Sie unseren Marktchancen-Check gar nicht brauchen…
Vielleicht kennen Sie aber jemanden – ein Unternehmen, dem er helfen könnte.

Herzlichen Gruß,

Ihr Jens Röhler

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